Stolper Turm
Rubrik
Kultur
Beschreibung
Stolpe und sein Grützpott.
Unübersehbar thront der "Grützpott" als Wahrzeichen des Ortes Stolpe auf der Anhöhe oberhalb des Dorfes. Als erwiesen gilt, dass die Erhebung bereits zu slawischer Zeit, also vom 7. bis 13. Jahrhundert, besiedelt war. Durch die pommersche Übernahme des Gebiets änderte sich nicht nur die politische, sondern auch die bauliche Sachlage. Mit den Pommern, die sich unter dänischer Hoheit befanden, entstand im ausgehenden 12 Jahrhundert eine wehrhafte feste Burg. Überrest dieses Kastells ist der runde Turm, der "Grützpott". Die Mauerstärke des Backsteinrundlings beträgt ca. 6 Meter. Auch wenn sich der Turm nicht besteigen lässt, sollte man dennoch den steilen Weg auf die Anhöhe nicht scheuen. Der Blick über die Weite des Odertals, auf die ebenen Wiesen zwischen Strom und Kanal, zählt zu den schönsten Aussichten in Brandenburg.
Wie der "Grützpott" zu seinem Namen kam:
Vor vielen Jahren lebte auf der Stolper Burg ein Ritter. Als dieser eines Tages beim Überfall auf einen Kaufmann den Tod fand, flohen seine Gefolgsleute auf die Burg. Nachdem die Bauern der Umgebung vom Ableben des Ritters erfahren hatten, machten sie sich auf, die Festung zu stürmen. Die verbarrikadierten Verteidiger der Burg wehrten sich mit allen Mitteln, warfen Steine und schütteten Pech vom Turm herab. Schließlich, als nur noch der zum Essen vorbereitete Grützbrei übrig blieb, versuchten sie auch damit die anstürmenden Bauern zu vertreiben. Doch vergeblich, die Bauern nahmen den von ihnen nun an „Grützpott“ genannten Turm ein.
Fotograf/Autor
Hans-Jörg Wilke
Schutzgebiet
Nationalpark Unteres Odertal